quartiersarbeit.de

engagiert gemeinwesenorientiert kompetent

Gemeinde ist dort, wo die Menschen sind

kirche_a2jpg.jpg

Auf die Frage, was Quartiersarbeit eigentlich ist, lässt sich nur schwer eine allgemein gültige Antwort formulieren.

Selbst die Sozialwissenschaft hat darauf noch keine befriedigende Antwort gefunden, wie die Vorstellung des Studienprojekts „Soziale Stadt: Quo vadis?“ anlässlich des Neujahrsempfangs des Quartiermanagements „Soldiner Kiez“ leider bewiesen hat.

Wikipedia, was immer man von diesem populären Freizeitlexikon halt mag, beschreibt die Ausgangslage für die Notwendigkeit von Quartiermanagement, meiner Meinung nach richtig, so:

Die gravierenden ökonomischen Veränderungen der letzten Jahre (Internationalisierung der Produktion, Globalisierung, wirtschaftlicher Strukturwandel, Entindustrialisierung) haben Auswirkungen auch auf die Städte. Das Stadtbild polarisiert sich, es kommt zu Verdrängungseffekten (Gentrifizierung und sozial-räumlicher Segregation).

Vor diesem Hintergrund scheint die bisherige Strategie der Stadterneuerung, mit vornehmlich baulich-räumlicher und investitiver Zielsetzung, nicht optimal wirksam. Die komplexe Problemlage in den sich herausbildenden überforderten Nachbarschaften, Vierteln, gekennzeichnet durch niedrige Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Bausubstanz, einen Mangel an Nachbarschaftshilfe, lässt sich - so die Annahme - nur mit einem integrativen Ansatz lösen. Eine Lösungsstrategie bedarf des Zusammenwirkens von sozialer Arbeit, Wirtschaftsförderung und Stadtplanung.

Es geht also, vereinfachend gesagt, um überforderte Nachbarschaften, um eine komplexe soziale Struktur, die über räumliche und familiäre Nähe hinausgeht und die jeder von uns braucht. Ein Problem, dass mit dem Einsetzen der Globalisierung nicht neu auftaucht, wie Wikipedia behauptet, sondern schon am Ende des 19. Jhd. , also mit dem Beginn der Industrialisierung, zu beobachten ist. Seit dem haben sich die Ansätze nicht geändert. Im Grunde genommen geht es um die Organisierung eines nachbarschaftlichen Miteinanders. Insofern wertet das aktuelle Monitoring, das den Erfolg eines Quartiermanagements ermitteln soll, eindeutig die falschen Kriterien aus.

Bei Nachbarschaft ist Nachbarschaftshilfe nicht weit. Hilfe, die sich nicht auf die Unterstützung bei der fälligen Renovierung einer Wohnung beschränkt, sondern Alltagsproblemen, bis hin zur Überwindung von Krisen wie Krankheit und Armut, zu bewältigen sucht. Die in diesem Sinne nachbarschaftlichen Beziehungen innerhalb einer Glaubensgemeinschaft gibt es schon viel länger, als Quartiersarbeit in den urbanen Zentren. Die in diesem Zusammenhang oft als vorbildlich gepriesenen ländlichen Gemeinden beziehen ihre Vitalität nicht selten aus einer funktionierenden Kirchengemeinde heraus. Vielleicht kann man sogar sagen, dass die Notwendigkeit für eine staatlich organisierte Gemeinwesenarbeit erst mit der Säkularisation eingesetzt hat. Auch wenn Kirchengemeinden immer noch zu den mitgliederstärksten „Vereinen“ eines Quartiers gehören, gehören sie oft nicht zu den Aktiven, wenn es um die Überwindung „überforderter Nachbarschaften“ geht. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Eine Kirche, bei der Gemeinwesenarbeit ganz hervorragend funktioniert, ist die Osterkirche im Sprengelkiez. Nicht nur weil sich dort viele Menschen aus dem Kiez ehrenamtlich engagieren, sondern auch, weil die beiden kirchlichen Mitarbeiter der Gemeinde von zwei ABMlern seit über einem halben Jahr professionell unterstützt werden. Weiterlesen »

Manchmal ist es genug, füreinander da zu sein.

Glaubt man der Turmuhr der Neuen Nazarethkirche am Leopoldplatz, dann ist es kurz vor halb zwölf. Tatsächlich ist es halb elf. So ist das mit dem Glauben, denke ich, und suche nach einem Parkplatz. Der findet sich überraschend schnell an diesem Vormittag. Auf dem Weg zur Kirche muss ich einigen Tretminen ausweichen. Ein immer wieder […]

weiterlesen »

Flocke, Knut und Olafs Schneewittchen

Nicht erst seit dem Hype um den Berliner Eisbären Knut und seinen Pfleger Dörflein steht der Beruf des Tierpflegers ganz oben auf der Liste der Traumberufe. Und nicht erst, seit Dokusoaps wie Elefant, Tiger & Co. vor allem die romantischen Seiten des Berufes zeigen, können Ausbildungsbetriebe aus einem riesigen Bewerberpool auswählen. Schon vor dreißig Jahren, […]

weiterlesen »


Erst Mauer dann Mode - Nachtrag

Bookmark to:

weiterlesen »

Erst Mauer dann Mode

oder der lange Abschied vom sozialen Wohnungsbau
oder was heißt eigentlich Stadtrendite
Am 7.1.2008 ab 14 Uhr zieht der WIB Laden aus seinen Räumen in der Stralsunder Str. 61 endgültig aus. Damit findet ein engagiertes Projekt aus dem Brunnenviertel sein vorläufiges? Ende.
Ein Kommentar
Sozialer Wohnungsbau war bis zum Ende des letzten Jahrhunderts ein Grundpfeiler der […]

weiterlesen »



Copyright © 2010 by: quartiersarbeit.de • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Foto: Pixelio • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.